Das ausverkaufte Zenith in München hat am Samstag einen Tag erlebt, welchen vor allem einer nicht vergessen wird: Marcel Hausotter schlug beim ELTEN Safety Shoes German Darts Grand Prix vor heimischem Publikum den fünffachen Weltmeister Raymond van Barneveld und sorgte für die emotionalste Szene des gesamten Tages. Daneben schrieb auch Kim Huybrechts in seinem 200. European-Tour-Spiel Geschichte, während bei Wessel Nijman nach seinem Göttinger Triumphzug weiterhin Sand im Getriebe ist.
Das Märchen vom Berliner
Wenn man die Geschichte des Marcel Hausotter kennt, weiß man, was dieser Sieg bedeutet. Der Berliner spielte 2014 sein erstes European-Tour-Spiel beim German Darts Masters. Dort verlor er gegen Kirk Shepherd und verschwand danach für viele Jahre von der großen Bühne. Ein weiterer Auftritt in Leeuwarden 2023 folgte, ohne dass er dort einen Sieg verbuchen konnte. Bis zu diesem Samstagabend.
Im Zenith traf „Hausi“ auf Raymond van Barneveld – fünffacher Weltmeister, Premier-League-Sieger, eine der größten Legenden des Sports. Hausotter ließ sich davon nicht beeindrucken. Mit einem Average von 88.13 Punkten und einer Doppelquote von 37.5 Prozent spielte er eines der größten Spiele seiner Karriere und gewann mit 6:4. Hausotter selbst war nach dem Spiel kaum zu fassen: Der Puls stand noch auf 136, als er im Interview gestand, auf der Bühne dennoch völlig fokussiert geblieben zu sein. Es war sein erster Sieg auf der Winamax PDC European Tour nach drei Turnierteilnahmen, zwölf Jahren und einem langen Weg zurück auf die große Bühne. Am Sonntag wartet mit Jonny Clayton die nächste Herausforderung.
Huybrechts feiert 200. European-Tour-Spiel mit Sieg gegen Wright
Während Hausotters Geschichte im Rampenlicht strahlte, schrieb Kim Huybrechts leise seinen eigenen Rekord. Der Belgier bestritt gegen Peter Wright sein 200. Spiel auf der European Tour und feierte dieses Jubiläum mit einem verdienten 6:3-Sieg gegen „Snakebite“. Für Huybrechts, der die Belgian Darts Open in Wieze als einer der Spieler des Turniers beendet hatte, ist München der nächste Beleg seiner eindrucksvollen Rückkehr zur Topform.
Springer und Pietreczko mit Krimi-Auftritten
Aus deutscher Sicht lieferten am Abend gleich mehrere Spieler. Niko Springer bezwang im deutschen Duell Jan Schmidt nach hartem Kampf mit 6:5 und trifft am Sonntag auf Titelverteidiger Michael van Gerwen. Ricardo Pietreczko setzte sich ebenfalls knapp mit 6:5 gegen Ian White durch.
Nijmans European-Tour-Krise nach Göttingen
Wessel Nijman, der noch vor drei Wochen in Göttingen den ersten European-Tour-Titel in seiner Karriere gewonnen hatte, verlor nun zum zweiten Mal in Folge in der ersten Runde. Diesmal gegen Andrew Gilding mit 4:6. Der Titelgewinn scheint den Niederländer fürs Erste seiner Form auf der European Tour beraubt zu haben.
Für eine weitere Überraschung sorgte Patrik Kovacs: Der osteuropäische Qualifikant schlug Joe Cullen mit 6:3 und feierte nach zuvor acht erfolglosen Anläufen seinen allerersten Sieg auf der European Tour.
Alle Ergebnisse am Samstag
William O’Connor 6:2 Sebastian Bialecki
Ryan Joyce 6:1 Finn Behrens
Krzysztof Ratajski 6:3 Thomas Lovely
Niels Zonneveld 6:3 Adam Lipscombe
Cameron Menzies 4:6 Karel Sedlacek
Ritchie Edhouse 6:3 Kevin Troppmann
Wessel Nijman 4:6 Andrew Gilding
Joe Cullen 3:6 Patrik Kovacs
Michael Smith 6:2 James Hurrell
Dirk van Duijvenbode 6:2 Stephen Burton
Brendan Dolan 6:5 Cor Dekker
Kevin Doets 6:0 Anton Ostlund
Raymond van Barneveld 4:6 Marcel Hausotter
Peter Wright 3:6 Kim Huybrechts
Ricardo Pietreczko 6:5 Ian White
Niko Springer 6:5 Jan Schmidt
Ausblick auf Sonntag
Am Sonntag greifen die Top 16 der PDC Order of Merit beim German Darts Grand Prix in das Geschehen ein. So trifft unter anderem Marcel Hausotter auf Jonny Clayton, Niko Springer fordert Michael van Gerwen und William O’Connor bekommt es mit Gian van Veen zu tun. Das Zenith wartet auf seinen nächsten großen Tag.