Der Glaspalast Sindelfingen erlebte zwei Turniertage, die so schnell niemand vergessen wird. Daniel Klose schrieb am Samstag im FA-Cup-Modus Next Gen Geschichte, als ihm im Endspiel neun perfekte Darts gelangen – erst der zweite Neundarter überhaupt bei der HYLO PDC Europe Next Gen. Tags darauf war die Bühne für Jaimy Van de Weerd reserviert, der im 170-Double-Out-Modus bisher unerreichte Averages spielte. Gleichzeitig spitzt sich das Rennen um die letzten Super-League-Plätze immer weiter zu.
Event 13 (Samstag): Neun perfekte Darts zum Titel
Freie Auslosung, keine Setzliste, jede Runde ein potenzielles Endspiel: Der FA-Cup-Modus verlangt Konstanz von der ersten Sekunde an. Genau die brachte Daniel Klose für das 13. Turnier der Next Gen Saison mit. Der Ansbacher steigerte sich von Runde zu Runde, überschritt im Viertelfinale gegen Tim Scholz erstmals an diesem Tag die 100er-Marke und ließ sich den Weg ins Finale nicht mehr verbauen. Am Ende standen der vierte Saisontitel und bereits der siebte Erfolg seiner Next-Gen-Karriere zu Buche.
Der Weg ins Finale
(78.16) Daniel Klose 3:1 Patrick Klingelhöfer (80.14)
(81.98) Daniel Klose 3:0 Tommy Zanko (64.71)
(88.41) Daniel Klose 3:0 Jakob Bunke (51.29)
(90.16) Daniel Klose 4:3 Patrick Klingelhöfer (82.31)
(84.66) Daniel Klose 4:3 Kevin Kuhn (76.18)
(88.41) Daniel Klose 4:0 Finn Prokop (71.27)
(92.58) Daniel Klose 4:2 Michael Hurtz (81.50)
(101.17) Daniel Klose 5:1 Tim Scholz (85.04)
(96.32) Daniel Klose 5:1 Marc Spalt (84.55)
Das Finale
Im Endspiel gegen den frischgebackenen Development-Tour-Champion Lenny Schlüter folgte dann der Moment, auf den die Next Gen lange gewartet hatte. Der Ansbacher packte das perfekte Leg aus: 180, 177 und ein 144er-Finish zum zweiten Neundarter der Turnierserie, erstmals einer vor laufender Kamera. Schlüter, der sein Premieren-Finale bestritt, hielt mit 87.15 Punkten im Schnitt achtbar dagegen, hatte gegen die 92.64 des Rekordchampions am Ende jedoch beim 2:6 das Nachsehen.
Weitere Highlights
Neben dem Sieger durften sich auch die Halbfinalisten über einen erfolgreichen Tag freuen. Marc Spalt zog erstmals in die Runde der letzten Vier ein und mischt damit im Kampf um die Super League mit, ebenso wie der Österreicher Patrick Reisenegger. Für Lenny Schlüter zahlt die Finalteilnahme gleich doppelt aus, denn sie bringt ihn im Qualifikationsrennen einen entscheidenden Schritt voran.
Die höchste Punktzahl des Samstags gehörte allerdings einem Spieler, der erst tags darauf zuschlagen sollte: Jaimy Van de Weerd brachte in der Gruppenphase gegen Tim Langstädtler 112,73 Punkte im Schnitt auf die Anzeigetafel. Dass dies noch nicht sein bestes Match des Wochenendes war, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand.
Event 14 (Sonntag): Van de Weerd sprengt alle Maßstäbe
Am Sonntag wurde im Modus 170 Double Out gespielt. Ein Format, das kaum Raum für Fehler lässt und in dem Averages jenseits der 90 als Ausnahme gelten. Jaimy Van de Weerd verschob an diesem Tag den Maßstab komplett.
Im Achtelfinale gegen Marcel Steinacher lieferte der Deutsch-Niederländer das Match des Wochenendes ab. Viermal checkte er die 170 in der ersten Aufnahme. Kurz vor Ende der Partie gelang ihm dies sogar zweimal hintereinander. Nach rund sieben Minuten und 14 gespielten Legs stand ein 10:4 auf der Anzeigetafel, dahinter ein Average von 103,94 Punkten. Zum Vergleich: Der bisherige höchste Average in diesem Format lag bei rund 89 Punkten.
Der Weg ins Finale
Jaimy Van de Weerd 6:4 Leopold Frick
Jaimy Van de Weerd 6:3 Rainer Sturm
Jaimy Van de Weerd 6:0 Leopold Frick
Jaimy Van de Weerd 6:1 Rainer Sturm
Jaimy Van de Weerd 10:6 Florian Müller
Jaimy Van de Weerd 10:5 Bastian Sienkewitz
Jaimy Van de Weerd 10:7 Sebastian Steinmetz
Jaimy Van de Weerd 10:4 Marcel Steinacher
Jaimy Van de Weerd 10:8 Finn Behrens
Jaimy Van de Weerd 10:5 Deniz Baudis
Das Finale
Zum zweiten Mal binnen 24 Stunden stand Lenny Schlüter im Endspiel, und zum zweiten Mal fehlte ihm am Ende das Quäntchen Glück. Dabei roch es lange nach der Überraschung: Beim Stand von 7:5 lag der Deutsche vorn und setzte in Leg neun mit einem 170er-Finish ein Ausrufezeichen. Doch Van de Weerd blieb ungerührt, übernahm das Kommando und zog auf 11:7 davon. Im siebten Finale seiner Saison bedeutete das den zweiten Titel für den Tabellenführer, der seine Spitzenposition in der Next-Gen-Order-of-Merit damit weiter ausbaut.
Weitere Highlights
Auch im Rennen um die Super League tat sich einiges. Deniz Baudis schaffte es bis ins Halbfinale, wo ihn erst der spätere Champion stoppte, und schob sich damit auf einen vorläufigen Qualifikationsplatz. Jonathan Parvaneh brachte sich mit dem Sprung unter die letzten Vier ebenfalls in aussichtsreiche Position.
Ausblick
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Schon am kommenden Wochenende steigt am 15. und 16. August das Saisonfinale, erneut im Glaspalast Sindelfingen. Dann werden die letzten beiden Titel des Jahres vergeben und die finalen Super-League-Plätze über die Next Gen ausgespielt.