Ross Smith hat die Machineseeker European Championship 2026 gewonnen. In einem historischen Finale in der Dortmunder Westfalenhalle setzte sich der Engländer mit 11:8 gegen Martin Schindler durch und sicherte sich nach 2022 zum zweiten Mal den Europameistertitel. Für den Deutschen endete ein sensationeller Turnierlauf mit dem größten Erfolg seiner Karriere. Neben dem ersten deutschen Major-Finalisten sorgten ein Neun-Darter, ein historischer Average und zahlreiche Überraschungen für vier spektakuläre Turniertage.
Im Finale erwischte Smith den besseren Start und sicherte sich nach fünf ausgeglichenen Legs eine knappe 3:2-Führung. Während Schindler vor heimischem Publikum um jeden Dart kämpfte, fand „Smudger“ zunehmend seinen Rhythmus und setzte sich zwischenzeitlich auf 8:2 ab. Doch „The Wall“ gab sich nicht geschlagen, kämpfte sich noch einmal zurück und ließ die Westfalenhalle auf ein Comeback hoffen. Smith behielt jedoch die Nerven und machte den 11:8-Erfolg perfekt.
Schindler schreibt deutsche Darts-Geschichte
Smith zeigt sich nach dem Finale sichtlich erleichtert: „Es ist einfach unglaublich. Martin hat nicht nachgelassen, und dafür gebührt ihm großes Lob. Diese Trophäe in den Händen zu halten und einen weiteren Major-Titel zu gewinnen, macht mich überglücklich. Ich bin völlig erschöpft, aber einfach nur begeistert.“
Auf seinem Weg zum Titel bezwang Smith Karel Sedlacek (6:4), Damon Heta (10:7) und Luke Woodhouse (10:6). Im Halbfinale setzte er sich mit 11:7 gegen Gerwyn Price durch und krönte damit ein weiteres erfolgreiches Major-WochenendFür Martin Schindler wurde die European Championship zum größten Erfolg seiner bisherigen Karriere. Als erster Deutscher überhaupt erreichte der 30-Jährige das Finale eines PDC-Majors und sicherte sich damit gleichzeitig die Qualifikation für den Grand Slam of Darts.
Nach einem knappen 6:5-Auftaktsieg gegen Wessel Nijman und einem 10:4 über Jermaine Wattimena spielte sich „The Wall“ im Viertelfinale gegen Jonny Clayton in einen regelrechten Rausch. Mit einem Average von 103,16 Punkten, einem spektakulären 167er-Checkout und einer Doppelquote von über 66 Prozent überrollte er den Waliser mit 10:1. Im Halbfinale ließ Schindler auch Krzysztof Ratajski beim 11:6 keine Chance und versetzte die Westfalenhalle endgültig in Ekstase.
„Als ich vor zehn Jahren angefangen habe, hätte ich nicht erwartet, dass ich es einmal so weit bringen würde. Und jetzt stand ich in einem Major-Finale und habe alles versucht, um dieses Finale zu gewinnen. Respekt an Ross, er hat gut gespielt. Ich habe verloren, aber ich bin trotzdem sehr glücklich“, erklärt Schindler nach der Final-Niederlage.
Neun-Darter, Rekord-Average und Favoritenstürze
Bereits im allerersten Match des Turniers sorgte Luke Woodhouse für ein Highlight. Beim 6:3-Erfolg gegen Dirk van Duijvenbode gelang dem Engländer ein perfektes Leg mit neun Darts. Es war der erste Neun-Darter bei einer European Championship seit sechs Jahren.
Für die statistische Glanzleistung des Wochenendes sorgte Luke Littler. Beim 10:5 gegen Nathan Aspinall spielte der Weltmeister einen sensationellen Average von 114,47 Punkten. In der Geschichte der European Championship war nur Phil Taylor mit 118,14 Punkten jemals besser. Umso überraschender folgte am Sonntag das Aus: Krzysztof Ratajski bezwang „The Nuke“ im Viertelfinale mit 10:6 und beendete dessen Hoffnungen auf den letzten noch fehlenden Major-Titel.
Auch Titelverteidiger Gian van Veen musste früh die Segel streichen. Der Niederländer unterlag bereits im Achtelfinale Luke Woodhouse mit 6:10. Eine weitere Überraschung lieferte Kim Huybrechts. Der Belgier rückte kurzfristig für den erkrankten Luke Humphries ins Teilnehmerfeld und besiegte Ryan Searle zum Auftakt souverän mit 6:1. Im Achtelfinale war gegen Stephen Bunting (3:10) Schluss.
Smith erstmals unter den besten Sechs der Welt
Mit seinem zweiten Europameistertitel sicherte sich Ross Smith nicht nur 150.000 Pfund Preisgeld, sondern machte auch einen großen Sprung in der PDC Order of Merit. Der Engländer verbessert sich um acht Positionen auf Rang sechs der Weltrangliste. Auch Martin Schindler wird für seinen historischen Finaleinzug belohnt und klettert um drei Plätze auf Position 20.
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