In einer Zeit, in der die großen Namen der Darts-Welt wie Luke Littler, Luke Humphries oder Gian van Veen regelmäßig die Schlagzeilen dominieren, schiebt sich ein junger Niederländer immer mehr ins Rampenlicht: Wessel Nijman.
Leise, aber mit beeindruckender Konstanz spielt sich der 24-Jährige aktuell auf der ProTour in die Form seines Lebens. Sechs Titel hat der Niederländer in diesem Jahr bereits gewonnen; mehr als jeder andere Profi auf der Tour. Ein Meilenstein darunter: sein erster Titel auf der Winamax PDC European Tour bei der ELTEN Safety European Darts Trophy in Göttingen. Ein Erfolg, der nicht nur symbolisch für seinen Durchbruch steht, sondern auch zeigt, dass Nijman längst auf den großen Bühnen angekommen ist.
Dominanz auf der ProTour
Was Nijmans aktuellen Lauf so bemerkenswert macht, ist weniger ein einzelner Sensationssieg als vielmehr die beeindruckende Regelmäßigkeit seiner Leistungen. Ein Blick auf die Players-Championship-Bilanz: Fünf Titel bei nur zwölf Turnierteilnahmen. Eine Quote, die seinerzeit nur von einem gewissen Phil Taylor übertroffen wurde.‘
In der aktuellen Ära der PDC ist ein solcher Wert nahezu unerreicht. Zum Vergleich: James Wade gewann zuletzt im Jahr 2019 ebenfalls fünf Floor-Titel – benötigte dafür jedoch 18 Events. Nijman hingegen erreicht diese Marke mit deutlich weniger Anläufen und reiht sich damit in einen exklusiven Kreis ein: Nur sieben Spieler in der Geschichte haben es geschafft, mindestens fünf Players-Championship-Titel in einem Kalenderjahr zu gewinnen.
Die Konsequenz dieser Konstanz zeigt sich auch im Ranking. Mit 258.000 Pfund Preisgeld führt Nijman aktuell die ProTour-Wertung an und hat sich einen komfortablen Vorsprung von 83.250 Pfund auf Gerwyn Price aufgebaut. Eine Momentaufnahme? Wohl kaum. Vielmehr ist es das Ergebnis einer außergewöhnlichen Konstanz, die sich Woche für Woche in Resultaten niederschlägt.
Fokus statt Rekordjagd
Bemerkenswert ist dabei auch Nijmans eigene Sicht auf seinen Erfolg. Statt sich von Zahlen und Bestmarken treiben zu lassen, richtet er den Blick bewusst auf sein Spiel:
„Ich freue mich sehr, dass ich wieder einen Titel gewonnen habe. Rekorde interessieren mich eigentlich nicht. Mir geht es darum, in welcher Form ich aktuell spiele.“
Diese Haltung spiegelt sich auch auf der Bühne wider: Keine großen Emotionen, kein übertriebenes Spektakel – sondern ein Spieler, der genau weiß, was er tut. In einer Phase, in der mit Spielern wie Luke Littler eine neue Generation für Aufsehen sorgt, positioniert sich Nijman auf seine eigene Art: weniger laut, aber mindestens genauso effektiv.
Sein aktueller Lauf ist kein Zufallsprodukt. Es basiert auf Reife, Konstanz und einem klaren Fokus. Und genau das macht ihn derzeit zu einem der gefährlichsten Spieler auf der Tour. Wessel Nijman ist längst nicht mehr nur ein Geheimtipp. Mit seinen Leistungen im Jahr 2026 hat er sich in die Weltspitze gespielt.
Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob er seinen ersten Major-Titel gewinnt. Sondern wann.